Eltviller SPD und Grüne beantragen Modellvorhaben mit HessenForst

Teilweiser Verzicht auf schwere Vollerntermaschinen soll Waldboden schonen und klimastabilen Waldumbau fördern

Unter dem Titel „Zukunftsfeste Bewirtschaftung des Eltviller Stadtwaldes“ beantragen die Eltviller Grünen und Sozialdemokraten ein Modell-Vorhaben mit dem Landesbetrieb HessenForst. Ziel ist es, durch die stärkere Anwendung klassischer Formen der Waldbewirtschaftung den Einsatz schwerer Vollerntermaschinen auf ein notwendiges Maß zu reduzieren. Das größte Problem dieser Maschinen stellt aus Sicht der Antragsteller der auf den Waldboden ausgeübte Druck dar, der die wichtige Humusschicht schädige, deren Wasserbindungsfunktion zerstöre und damit beim wichtigen Waldumbau hin zu einem klimastabilen Mischwald behinderlich sei.

„Dieses Umdenken kann auch zu Einsatzmethoden führen, die wir in unserem Wald schon lange nicht mehr gesehen haben. Nicht zuletzt kann man dabei natürlich auch an Rückepferde denken“, so SPD-Stadtverordneter Ralf Bachmann.

Den Antragstellern ist nach eigener Aussage bewusst, dass eine personalintensivere Waldbewirtschaftung auch den Kostendruck weiter erhöhen kann. Dies müsse aber im Verhältnis zur anzustrebenden Ertragsverbesserung auf den dann nicht mehr verpressten Waldflächen und unter der Einbeziehung möglicher Fördertöpfe gesehen werden. „Das ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen sein wird. Nicht zuletzt deshalb, weil wir in der Region noch gar kein so großes Angebot an konventionellen Rückern haben, die wir für eine direkte und komplette Waldbewirtschaftung bräuchten“, so Guntram Althoff für die Grünen.

Wichtig sei es aber dennoch, die derzeitige schwierige Situation für unseren Wald, der im dritten Jahr in Folge unter großer Hitze und Wassermangel leide als entscheidenden Punkt für ein zeitgemäßes Waldmanagement zu sehen. Mit dem Landesbetrieb HessenForst habe Eltville einen geeigneten Partner an der Hand, der mit großem Engagement und Erfahrungswissen für die Stadt tätig sei. Er sei daher auch der richtige Partner für dieses Modell-Vorhaben.

„Die für den Eltviller Stadtwald zuständigen Revierförster verrichten ihren Dienst für uns und unseren Wald in höchstem Maße versiert, fachkompetent und engagiert. Bei der nächsten Waldbegehung werden wir schon vor der Stadtverordnetenversammlung die Gelegenheit des Gesprächs in der Sache weiter suchen“, so die Antragsteller.

Es sollten Lösungsansätze dargestellt und dann auch umgesetzt werden, die den Wald auch weiterhin für die Bevölkerung und die nachfolgenden Generationen als Erholungsraum und Klimastabilisator erhalte. Die aktuelle Fichten-Borkenkäfer-Kalamität führe zu einer ausgeprägten und notwendigen Holzentnahme, die derzeit noch aus Rationalisierungsgründen vorrangig mit automatisierten Vollerntern und Unterstützungsmaschinen durchgeführt wird.

Bereits in anderen hessischen Kommunen wie in Kelsterbach oder Selters würden Rückepferde sehr erfolgreich in der Waldbewirtschaftung eingesetzt. Diese konservative Variante der Waldbewirtschaftung als klassisches Handwerk könne selbstredend nicht den Effizienzgewinnen durch vollautomatisierte Vollernter begegnen, die allerdings ihrerseits dem gemeinsamen Ansinnen des klimastabilen Waldumbaus bauartbedingt und durch ihr Gewicht entgegenstünden.

Das Ergebnis der Abstimmung mit HessenForst und die Vorlage der anzustrebenden Modell-Vereinbarung soll Grundlage der weiteren Beratungen für die künftigen Waldwirtschaftspläne der Stadt bilden.

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