Überschüssiges Winterwasser gegen Sommertrockenheit nutzen

SPD-Fraktion greift Idee des Rauenthaler Traditionsvereins zur Einführung eines Wassermanagements auf

Die von Dr. Günter Brack ins Spiel gebrachte Idee eines baulichen Wassermanagements zur Nutzung überschüssigem Wassers für die Zeit der Sommerhitze wird von der SPD-Fraktion per Antrag in die Eltviller Stadtverordnetenversammlung gebracht. Darin wird der Magistrat gebeten die Rauenthaler Idee auf ihre bauliche und rechtliche Machbarkeit hin zu prüfen und einen Umsetzungsplan vorzulegen.

Darüber hinaus soll im Vorstand des Zweckverbands Rheingau und mit dem Wasserbeschaffungsverband ein gemeinsames Vorgehen besprochen werden. „Die von Herrn Dr. Brack vorgeschlagene Idee, das überschüssige Winterwasser für die Bewässerung im Sommer zu nutzen ist sicher nicht von jetzt auf gleich umsetzbar. Aber auch größere und notwendige Vorhaben müssen irgendwann einmal begonnen werden. Wenn wir uns die letzten beiden heißen Jahre ansehen, ist nun höchste Zeit endlich zu handeln“, so SPD-Fraktionsmitglied Ralf Bachmann, der Dr. Brack für die Initiative dankt.

Aus Sicht der SPD-Fraktion sei die Idee aufgrund der weiter zu erwartenden Hochwassersituationen im Herbst und Winter einerseits und den heißen, trockenen Sommern andererseits bestechend. Durch ein Wassermanagement der Rheingauer Kommunen könnte beispielsweise. durch das Anlegen von Rückhaltebecken in Geländespalten die im Winter anfallende, überschüssige Wassermenge, die ihrerseits regelmäßig problematisch zur Hochwassersituation des Rheins beiträgt, reduziert bzw. gespeichert werden.

„Damit würde die Möglichkeit geschaffen werden, für den öffentlichen und privaten Gebrauch bei der Wässerung der Grünflächen den Bedarf an Grundwasser in den Sommermonaten zu senken. Vorbild könnten die Wassernutzungspläne südlicher Länder sein, die bereits ein Wassermanagement aufweisen“, ist SPD-Fraktionsvorsitzender Matthias Hannes überzeugt.

Dazu ist es in einem ersten Schritt erforderlich, die über mehrere Jahre gemittelten überschüssigen Wassermengen zu kennen, um entsprechende bauliche Anlagen zu planen und zu errichten. „Wichtige erste Prognosen können beim Deutschen Wetterdienst (DWD) hinsichtlich der zu erwartenden Niederschlagsentwicklung in Erfahrung gebracht werden“, ergänzt SPD-Fraktionsmitglied Dr. Sebastian Tölg.

Da es sich bei diesem sehr sinnvollen Vorhaben um Maßnahmenbündel handele, die zeitlich langfristig und über die Grenzen der kommunalen Gebietskörperschaften hinaus wirken und abgestimmt werden sollten, empfehle sich ein konzeptionelles Vorgehen zusammen mit den anderen Rheingauer Kommunen und auch dem Forstamt Rheingau.

„Ein weiteres Absenken des Grundwassers mit seinen extrem negativen Auswirkungen auf unseren Wald und den erhöhten Aufwand bei der Wasserbeschaffung macht ein planmäßiges Vorgehen dringend erforderlich. Das zeigen nicht zuletzt die Hinweise für einen erneuten Hitzesommer 2020“, so Bachmann abschließend.

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