SPD und Grüne für wildtierfreie Zirkusse in Eltville

„Wilde Tiere gehören nicht in die Manege, sondern in die Wildnis“, so die beiden Parteien. Diese Grundeinsicht führt die Feder bei einem gemeinsamen Antrag, den die Stadtverordnetenversammlung in der kommenden Sitzung berät.

Sozialdemokraten und Grüne greifen die Debatte im Rheingau über wildtierfreie Zirkusse auf.

„Wilde Tiere gehören nicht in die Manege, sondern in die Wildnis“, so die beiden Parteien. Diese Grundeinsicht führt die Feder bei einem gemeinsamen Antrag, den die Stadtverordnetenversammlung in der kommenden Sitzung berät.

Der Magistrat wird dabei aufgefordert, kommunale Flächen nur noch an Zirkusbetriebe zu vermieten, die keine gefährlichen Wildtiere mitführen. Hierunter fallen insbesondere Elefanten, Flusspferde, Giraffen, Großbären, Großkatzen, Nashörner, Primaten ab Makakengröße und Wölfe. Mit der Beschränkung soll den Gefahren, die mit der Haltung dieser Tierarten in mobilen Einrichtungen einhergehen, Rechnung getragen werden. Keinesfalls wollen die beiden Parteien erfolgreichen Zirkusfamilien die Geschäftsgrundlage entziehen. Allerdings gibt es ein gesellschaftliches Umdenken.

„Zirkusse sollen überlebensfähig bleiben. Allerdings wollen wir sie in die Lage versetzen, ihr Angebot anzupassen. Großartige Shows mit Menschen, ohne wilde Tiere“, so der SPD-Stadtverordnete Ralf Bachmann.

Guntram Althoff von den GRÜNEN ergänzt:

„Das Mitführen von wilden Tieren in engen Transportwagen und der ständige Umzug bedeuten Stress und sind nicht annähernd tiergerecht.“

Außerdem gibt es bereits Gruppen wie Flic Flac oder Roncalli, die ihr Programm erfolgreich umgestellt haben.
Geschäftsgrundlage für einen Antrag in der Stadtverordnetenversammlung Eltville ist natürlich die Gefahrenabwehr und dabei lohnt sich ein Blick auf die Zahlen. Ausbrüche von Wildtieren wie Elefanten, Tiger oder Bären aus Zirkusbetrieben sind vielfach dokumentiert. So brachen beispielsweise zwischen 2009 und 2016 mindestens 25 Mal Elefanten aus Zirkusbetrieben in Deutschland aus oder liefen unbeaufsichtigt umher. Dabei wurden mindestens vier Menschen zum Teil schwer verletzt. 2015 wurde ein Mann im baden-württembergischen Buchen von einem Elefanten aus einem Zirkus getötet. Bei einigen Vorfällen waren zudem Sachschäden zu verzeichnen. In Europa sind seit 1987 mindestens 194 gefährliche Vorfälle registriert. Dabei wurden 17 Personen von Elefanten im Zirkus getötet und mindestens 59 teilweise schwer verletzt.

 

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